Kunstpädagogik im Unterricht unserer Sprachschule

Kunstpädagogik im Unterricht unserer Sprachschule

Hallo, ich bin Lima und studiere Kunstpädagogik im Master an der Universität Dresden. Ich bin froh, dass die Methoden aus Kunstpädagogik so viel Raum im Unterricht unserer Sprachschule hat und erzähle euch hier sehr gern genauer darüber. So kann man auch ein bisschen besser verstehen, warum es so wichtig ist, kreativ zu unterrichten und was diese Art vom Unterricht jedem Kind für Vorteile bringt!

Viele wissen erstmal nicht, was man sich so unter Kunstpädagogik vorstellen sollte. Malt man da jeden Tag? Schaut man sich Kunstbücher an? Wieso studiert man es überhaupt? Was hat das auch noch mit einer Sprachschule zu tun?

Ja, im Studiengang Kunstpädagogik geht es ziemlich viel um Kunstvermittlung. Dabei ist ein großer Sektor Wissen über Kunst zu vermitteln. Ein weiterer großer Sektor jedoch ist es, das Wissen auf künstlerisch-kreativem Wege zu vermitteln.

Vor allem der letzte Aspekt lässt sich wunderbar mit dem Unterricht in der Sprachschule vereinigen und bereichert unsere Abläufe. Häufig fällt es besonders den kleineren Sprachschüler*innen viel leichter, sich auf einer kreativer Art und Weise auszudrücken und so auch das Wissen aufzunehmen. 

Ein einfaches Beispiel hierzu geschieht gleich zu Beginn des Sprachunterrichts, wenn wir mit den Kindern gemeinsam die Farben auf Englisch erlernen. 

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Lernbeispiel: Translation (Übersetzung)

Gelb = Yellow 

Wenn man ein neues Wort wie zum Beispiel yellow einem Kind einfach so beibringen würde, würde man gleich merken, dass das Kind eine Weile braucht, um sich das deutsche Wort und das englische Wort einzuprägen. Irgendwann wird es das Kind sicherlich schaffen, die beiden Wörter auswendig zu lernen. Dies hat jedoch nichts mit Verinnerlichung zu tun.

Wir in der Sprachschule achten sehr darauf, dass die Kinder Wissen auf verschiedenen Sinnesebenen aufnehmen und so gelerntes Wissen transferieren können. Wir unterrichten sehr interaktiv und intuitiv und nutzen im Unterricht diverse Materialien, sodass die Kinder immer motiviert bleiben und wie von allein lernen. Wir haben uns zum Ziel gemacht, so zu lehren, dass jedes Kind Wissen nachhaltig aufnehmen kann und ein Gefühl für die Sprache entwickelt, anstatt willkürliche englische Begriffe um sich zu werfen.

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Lernbeispiel: Verbindung

Yellow = die Sonne, eine Banane, das Postauto 

Was passiert aber, wenn man ein neues Wort mit weiteren Bereichen und Sinnesgefühlen verbindet? Yellow ist jetzt nicht mehr nur gelb, sondern bekommt eine Art bildhafte Struktur im Kopf eines Kindes. Zur Unterstützung dieses bildhaften Prozesses können Bilder gestaltet oder Collagen angefertigt werden. Es geht dann darum, zu zeigen, was yellow alles ist und sein kann. Eltern merken gleich, dass Kinder bereits nach einer solchen Übung bestens über yellow bescheid weiß. Das Wort ist nicht mehr fremd und isoliert, sondern integriert sich in die Welt des Kindes.

Nun kann es sein, dass euer Kinder auf die Frage „Was ist yellow?“ statt „Yellow ist gelb“ antworten: „Yellow ist eine Zitrone“. Damit haben euere Kinder mindestens genau so viel recht und schaffen es bereits, Wissen zu transferieren. Denn vor allem am Anfang sollte die Bedeutung des Wortes im Vordergrund stehen. 

In der Kunstpädagogik geht es darum tief in die Lernprozesse einzutauchen und dabei die verschiedenen Sinnesorgane zu verwenden. Wenn man sich dahin arbeitet, dem Gelernten einen bildnerischen Ausdruck zu verleihen, macht es leichter Neues zu verinnerlichen. Diese Methodik zieht sich im Unterricht der Sprachschule Dreikäsehoch wie ein roter Faden.

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Ein weiteres Beispiel, welches auch recht früh in unserem Unterricht vorkommt, sind die Feelings. Auf die Frage „How are you?“ lernen die Kinder mit Ihren Gefühlen zu antworten „I’m happy, sad, angry, tired, sick“. Zunächst einfach nur Worte. 

Aber beim tieferen Auseinandersetzen mit den Begriffen, zeigt sich wie vielseitig ein Wort sein kann, welches zum Beispiel ein Gefühl beschreibt. Denn was genau ist denn angry? Wie sehen Menschen aus die angry sind? Wie hören sich Menschen an die angry sind? Warum sind Menschen angry? War ich schon mal angry? Wenn ich angry eine Farbe gebe, welche wäre das? Warum sehen manche Menschen rot wenn sie angry sind? 

All dass sind Fragen und Prozesse in welche wir als Sprachschule eintauchen, in dem wir Gelerntes pantomimisch darstellen oder malen, spielen und singen. Kunstpädagogik gewinnt mehr und mehr an Wichtigkeit und hat sich schon lange in unserem Unterricht etabliert. Wir sehen seit bereits 19 Jahren (!), wie wichtig ist es, alle Sinnesgefühle zu wecken, und dass frontaler Unterricht uns nicht viel bringt.

Die Kinder schaffen es so für sich, den idealen Weg zum Lernen zu finden, da der Unterricht mit kunstpädagogischen Ansatz bedürfnisorientiert stattfindet und einen individuellen Lernweg begünstigt. Das unterstützen wir natürlich sehr! Denn jedes Kind ist anders und wenn man die individuellen Lernmethoden ansprechen kann, erzielt man maximale Lernerfolge.

Erstellt von Lisa-Maria Kraus

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